Heute sind doch alle magersüchtig

Extrem dünn: Die Promi-Damen im Magerwahn”, “Treibt der Druck auch sie in die Magersucht?” Schlagzeilen wie diese machen mich wütend. Die Boulevardpresse berichtet über Essstörungen in der Promiwelt und macht dabei keinen Unterschied zwischen dem Schlankheitswahn in der Gesellschaft und der tatsächlichen Diagnose Magersucht (Anorexia nervosa). 

"Heute sind doch alle magersüchtig" – so habe ich, Nora Burgard-Arp, mein Projekt genannt, das aufklären und Vorurteile abschaffen soll. Und ich möchte damit eine Gegenbewegung zum aktuellen Trend der Berichterstattung setzen: Ich will die Krankheit, die hinter dem Begriff Merkmale Anorexia Nervosa* “Magersucht” steht, wieder in den Vordergrund rücken. Magersucht ist mehr als nur das Verfolgen eines Schönheitsideals.

Auf dieser Webseite konfrontiere ich das verzerrte Bild der Anorexie mit wissenschaftlichen Fakten und echten Beispielen aus dem Leben von Menschen, die an Magersucht erkrankt sind. Obwohl die Boulevardmedien Magersucht immer wieder im Programm haben, ist und bleibt sie eine seltene Krankheit: Es gibt zwar in Deutschland keine offiziell bestätigten Zahlen zur Häufigkeit dieser Essstörung, die Zahl der Erkrankten wird aber auf 0,3 bis 1 Prozent der Bevölkerung geschätzt.


Wissenschaftler*innen forschen seit Jahrzehnten an den Gründen und Ausprägungen der Anorexia nervosa. Trotzdem sind viele Fragen noch unbeantwortet. Ich möchte diese Fragen beleuchten, den aktuellen Forschungsstand präsentieren und zur Debatte anregen.
 

Und ich will zeigen, dass nicht alle magersüchtig sind, die sich nach einer schlanken Figur sehnen oder wenig essen. Die Ausprägungen einer echten Anorexie und ihre Symptome – sie können ganz unterschiedlich sein. Die Magersucht lässt sich eben nicht in eine Schublade packen. 

Über mich

Ich schreibe als freie Journalistin und Autorin für zahlreicheüberregionale und regionale Medien Ich habe in Köln Germanistik, Anglistik und Philosophie studiert und im Anschluss Journalismus an der Hamburg  Media  School.  2015 und 2018 wählte mich das Medium Magazin unter die "Top Ten Wissenschaftsjournalist*innen des Jahres", 2015 gewann ich den 1. Platz beim Reportagepreis für junge Journalist*innen und war außerdem für den Grimme Online Award nominiert.